Deutschlands größtes Firmen-StrickgraffitiDreieinhalb Monate hat Ute Lennartz-Lembeck gestrickt. Manchmal Tag und Nacht. Das Ergebnis sind über 30 m2 Schläuche, mit denen die Künstlerin Deutschlands größtes Firmen-Strickgraffiti gestaltet. Und das nicht irgendwo, sondern an der Außenfassade von „addi“: Europas größtem Hersteller mit einem Vollsortiment an Strick- und Häkelnadeln. Firmen-Chef Thomas Selter freut sich: „Strick-Graffitis sind der neue Trend im öffentlichen Raum.“ Statt Sprühdosen sind die Werkzeuge der Strickgraffiti-Künstler Nadel und Faden, die Ergebnisse leicht wieder abzumontieren. „So sind die gestrickten Hinterlassenschaften keine dauerhaften Störungen, sondern Hingucker und Spuren einer außergewöhnlichen Kommunikation, die den öffentlichen Raum wahrnehmbar macht und verschönert“, weiß Selter. „Ich dachte, ich bekomme eine Sehnenscheidenentzündung“ Genau das ist es auch, was Ute Lennartz-Lembeck am addi-Riesen-Strickgraffiti fasziniert. In Velbert hat die studierte Kunstpädagogin vor einigen Monaten eine Trauerweide in einen selbst gehäkelten Mantel gehüllt. Das hatte schon für großes Aufsehen gesorgt. Denn die klassischen Strickgraffitis sind eher kleine Strickteile, die in den öffentlichen Raum gehängt werden, an Geländer, Bänke, Laternen ... Den deutschen Stricknadelhersteller „addi“ einzustricken, diese Idee fand Ute Lennartz-Lembeck besonders verrückt. Im Schnitt sechs Stunden am Tag klackerten in den letzten Wochen die Nadeln in ihren Wohnzimmer. „Ich dachte erst, ich bekommen eine Sehnenscheidenentzündung“, erzählt die 51-jährige Künstlerin, „aber dann habe ich eine Haltung gefunden, in der es wunderbar llief“. Ganze addi-Belegschaft mit einbezogen Beflügelt und motiviert wurde sie immer wieder von Thomas Selter und seinem Team. „Die Atmosphäre bei addi ist wirklich zauberhaft“, schwärmt die Künstlerin. Und: „Einen Stricknadelhersteller, der ausschließlich in Deutschland produziert, muss man doch unterstützen.“ So verstrickte Ute Lennartz-Lembeck in letzten Wochen Knäuel für Knäuel und Kilo für Kilo der langlebigen Polyacrylwolle. Alle weiteren Arbeiten erledigte sie vor Ort: ein 5 x 5 m großes Lattengerüst als Unterkonstruktion bauen, die Strick-Schläuche auf Drainagerohre aufziehen, sie auf die Unterkonstruktion montieren – und dann schließlich das Werk mit Gerüst und Hubwagen auf die Fassade der Firma Selter montieren. Aber damit noch nicht genug: Für die ganz besonders individuelle Note bezog die Strickkünstlerin die gesamte addi-Belegschaft mit in ihr Kunstwerk ein: „Ich habe die Mitarbeiter gefragt, was sie mit ihrer Arbeit verbinden.“ Herausgekommen sind ganz viele Begriffe, die sie auf Stoff geschrieben und in das Strick-Graffiti integriert hat. Als Grundmotiv hat Ute Lennartz-Lembeck für ihr Strick-Graffiti eine Spirale gewählt – das Motiv steht für Ausgeglichenheit und Vorstossen in neue Räume, was gut zu addi mit seinen Innovationen und dem Innovationstempo passt. ![]() |
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